Aktuelles
Auf dieser Seite wollen wir Ihnen aktuelle Informationen, Beiträge zu kontrovers diskutierten
Themen, Kommentare, Termine u.ä. präsentieren. Von unserer Webseite
Links/Downloads haben Sie stets unmittelbaren Zugang zu
einschlägigen Institutionen sowie deren radon-relevanten Veröffentlichugen.
Aktuell
2. Februar 2006: Das
Umweltbundesamt (UBA) weist auf das Erscheinen des aktuellen Berichtes über
das Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit
(APUG) hin. In diesem Programm werden
umweltbedingte Einflüsse auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen untersucht.
Konkret wird auf die besondere Bedeutung einer hohen Qualität der Innenraumluft hingewiesen,
weil sich die Menschen in Mitteleuropa zu mehr als 80 % in geschlossenen Räumen aufhalten.
Neben anderen Innenraumbelastungen wie z.B. Schimmelpilz wird auch Radon als mögliche
Gefährdung genannt, der es zu begegnen gilt.
30. Januar 2006: Die WHO (World Health Organization) warnt in einer
Pressemitteilung vor erhöhten Radonkonzentrationen in Gebäuden. Demnach stellt
Radon eine weit verbreitete Gesundheitsgefährdung dar, die jedoch allgemein unterschätzt
wird. Viele Menschen seien sich gar nicht bewusst, tagtäglich - sowohl zu Hause als auch
am Arbeitsplatz - dieser Gefahr ausgesetzt zu sein.
Die WHO hat im Jahr 2005 in Zusammenarbeit mit zahlreichen Ländern ein
International Radon Project gestartet, das eine Reduzierung der Radongefährdung
der Bevölkerung zum Ziel hat. Die WHO sieht ihre Aufgabe in der Bewertung möglicher
gesundheitlicher und ökologischer Risiken sowie der Aufklärung der Öffentlichkeit.
Grundsätzlich sei die Messung der Radonbelastung in Wohnhäusern
und öffentlichen Gebäuden ein erster sinnvoller Schritt, zu dem auch nationale
Entscheidungsträger den Menschen raten sollten.
Von deutscher Seite ist das
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als Kooperationszentrum für Strahlenschutz
in diese Aktivitäten mit eingebunden. Es erhebt repräsentative Daten für die
Bevölkerung Deutschlands und stellt diese der WHO zur Verfügung.
Januar 2006: Die Europäische Union weist seit vielen Jahren auf die gesundheitliche
Gefährdung der Bevölkerung durch die Inhalation von Radon und seinen Folgeprodukten hin.
Jährlich werden ca. 20.000 Lungekrebstodesfälle in der EU auf diesen Innenraumschadstoff
zurückgeführt. Alle Mitgliedsländer sind daher aufgefordert, Gebiete mit erhöhten
Radonkonzentrationen zu identifizieren.
Der aktuelle Stand der diesbezüglichen Bemühungen wurde in einem Ende 2005 veröffentlichten
Bericht
"An overview of radon surveys in Europe" zusammengefasst. Die nationalen Radonmesskampagnen - in
der Raum- und/oder Bodenluft - werden für jedes Land kurz beschrieben und die Kontaktadressen der
verantwortlichen Stellen genannt. Eventuell bereits existierende Karten sind beispielhaft abgedruckt.
Deutlich treten bei dieser Gegenüberstellung die großen Unterschiede innerhalb Europas
zutage. In Skandinavien, Großbritannien und der Tschechischen Republik sind z.T. bereits
wesentlich mehr als 100.000 Raumluftmessungen durchgeführt worden. Eine Wichtung nach der
Einwohnerzahl zeigt, dass aus den einwohnerstarken Ländern (z.B.: Deutschland, Frankreich,
Italien, Spanien) unverhältnismäßig wenige Raumluftmessungen vorliegen.
Untersuchungen nennenswerten Ausmaßes zu Radonkonzentrationen in der Bodenluft sind nur
aus der Tschechischen Republik, Schweden und Deutschland bekannt.
Die statistische Aufbereitung und kartographische Darstellung der Daten wird von Land zu Land
unterschiedlich gehandhabt. So stehen sich die Bezugnahme auf administrative Einheiten (z.B.
Landkreis) und naturräumliche Einheiten (z.B.: Geologie) gegenüber. Zudem erfolgt die
Berechnung flächenhafter Kennwerte mittels verschiedener geostatistischer Verfahren. Eine
europa-weite Vergleichbarkeit dieses Datenbestandes wird daher in naher Zukunft nicht möglich
sein.
Dezember 2005: Die Ärzte-Zeitung weist in einem
Artikel über die Überlebensraten bei Krebs darauf hin, dass unabhängig von
der Verbesserung der medizinischen Diagnostik und Therapie vor allem zivilisationsbedingte
Lebensumstände das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken. Zu den wichtigsten Risikofaktoren
zählt demnach - neben Rauchen oder falscher Ernährung - auch die Radonexposition in
Gebäuden.
Fast zeitgleich widmet die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ vom 15.12.2005, S. 103 - 105)
im Themenbereich Umwelttoxikologie dem Radonproblem große Aufmerksamkeit. In einem
umfangreichen Artikel mit dem Titel "Radon - das Krebsrisiko im Keller" werden die Ergebnisse
der Radonforschung der letzten Jahre zusammengefasst. Es wird auf die - im Gegensatz zu anderen
Umweltnoxen - eindeutig belegte gesundheitliche Gefährdung hingewiesen. Dies gilt auch
in einem Bereich von Radonkonzentrationen unterhalb von 200 Bq/m3. Nicht
unerwähnt bleibt die kontroverse Diskussion des vom Bundesumweltministerium angedachten
"Zielwertes" von 100 Bq/m3. Quintessenz des Artikels ist die Feststellung, dass
eine Reduzierung der Radonkonzentration im Haus bzw. eine Sanierung radonbelasteter
Gebäude sinnvoll ist.
November 2005: Im laufenden Jahr wurden in mehreren europäischen Ländern
Initiativen unterschiedlicher Art zum Schutz der Bevölkerung durch die Inhalation von
Radon in Gebäuden unternommen. Beispielhaft seien die Schweiz und Schweden genannt.
In der Schweiz existiert bereits ein Grenzwert f�r Radon in Wohngebäuden von 1.000 Bq/m3.
Bei Überschreitung dieses Wertes muss eine Sanierung erfolgen. Für Neubauten und
Sanierungen gilt ein Richtwert von 400 Bq/m3, der nicht überschritten werden darf.
Möglicherweise erfolgt eine Anpassung des Richtwertes auf 100 Bq/m3. Der Grund
hierfür liegt in den Ergebnissen des Poolings
europäischer und amerikanischer Studien zum Lungenkrebsrisiko durch Radon in Wohnräumen.
Die zuständigen Bundesbehörden sehen Handlungsbedarf, weil die Studien bereits ab
einer Radonkonzentration von 150 Bq/m3 einen signifikanten Anstieg des Lungenkrebsrisikos
zeigen. Damit würde in der Schweiz derjenige Wert etabliert, der er in Deutschland
im Radonschutzgesetz als "Zielwert" diskutiert wird. Mitte November wurde die Radonproblematik
und die daraus resultierende Gesundheitsgefährdung durch das BAG (Bundesamt f�r Gesundheit)
landesweit im Rahmen einer Medienpräsentation in den Blickpunkt der Öffentlichkeit
gerückt. Zahlreiche Artikel in regionalen und überregionalen Zeitungen waren die Folge.
In Schweden wurde in der zweiten Jahreshälfte von der dortigen Regierung eine groß
angelegte Aufklärungskampagne über das Lungenkrebsrisiko durch Radon in Gebäuden
gestartet. Grund hierfür sind die von der schwedischen Regierung verabschiedeten
Gesetzesbeschlüsse zur Radonexposition in Gebäuden.
Ziel ist die Sensibilisierung der Bevölkerung bezüglich der Gesundheitsgefährdung
durch die Inhalation von Radon. Den Menschen wird empfohlen, im eigenen Haus Radonmessungen
durchzuführen, um die Exposition und das eigene Risiko abschätzen zu können.
Gleiches gilt auch f�r öffentliche Gebäude. Deutlich wird darauf hingewiesen, dass
Radonmessungen einfach und preiswert durchzuführen sind. Eine stark angestiegene Nachfrage
nach Radonmessungen war die unmittelbare Folge dieser Kampagne.
November 2005: Die Schweiz zeigt vorbildlich, wie die praktische Umsetzung gesetzgeberischer Vorgaben
aussehen kann. Nach der schweizer Strahlenschutzverordnung ist es u.a. Aufgabe der Kantone, Radonmessungen
durchzuführen und Radongebiete zu bestimmen.
Im Kanton Basel-Stadt waren verschiedentlich erhöhte Radonkonzentrationen in Wohn- und Arbeitsräumen
gemessen worden. Eine Zuordnung zur Geologie hat einen eindeutigen Zusammenhang ergeben. Daraufhin wurde eine Karte
erstellt, in der Gebiete mit erhöhtem geogenen Radonpotenzial ausgewiesen sind. Es wird empfohlen,
in diesen Gegenden in bestehenden Gebäuden Radonmessungen durchzuführen, um Grenzwertüberschreitungen
auszuschließen, und bei der Errichtung von Neubauten entsprechende präventive Baumaßnahmen zu
ergreifen.
Die Radonkarte ist
für jeden Bürger im Internet einzusehen. Eine Suche nach Straße und Hausnummer oder Parzelle
ermöglicht es, die Situation für das eigene Haus oder Grundstück darzustellen.
4. Juli 2005: Das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt und Forsten veranstaltet heute eine
Pressekonferenz zum Thema Radon. Darin wird neben den Maßnahmen der Landesregierung zur Aufklärung
über Radon auch eine innerhalb der Reihe "Gesunde Umwelt - gesunde Menschen" erscheinende
Radonbroschüre vorgestellt. Das rheinland-pfälzische Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft
und Gewerbeaufsicht hat zudem eine Radoninformationsstelle für Bürgerinnen und Bürger eingerichtet.
7. Juni 2005: Von der
Industrie- und Handelskammer Bonn wurden - erstmalig in Deutschland - innerhalb des Sachgebietes
Immissionen zwei Sachverständige (Dr. J. Kemski und Dr. R. Klingel) für den gesamten
Themenkomplex Radon bestellt. Das Fachgebiet umfasst Fragestellungen zur geogenen Quelle des Edelgases,
d.h. seinem Vorkommen und seiner Ausbreitung in Gesteinen, Böden und Wässern, ebenso wie
die Radonproblematik in Gebäuden und an Arbeitsplätzen.
April 2005: In ihrer Stellungnahme zum "Lungenkrebsrisiko durch Radonexpositionen in Gebäuden"
vom 21./22.4.2005 kommt die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) zu einer eindeutigen abschließenden
Bewertung der europäischen epidemiologischen Studien zum radonbedingten Lungenkrebsrisiko (s.
SSK-Homepage). Aufgrund der umfassenden
und eindeutigen epidemiologischen Datenlage sowie der zu fordernden Konsistenz von Risikoeinstufungen (z.B. im Vergleich
mit anderen Umweltkanzerogenen wie Asbest und Dioxin) seien Regelungen zur Begrenzung von Radonexpositionen in
Wohnungen zu fordern.
Termine
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Der etwas andere Linktipp
www.cansar.org zum Thema Radon und Lungenkrebs:
Hier melden sich direkt Betroffene
zu Wort.
Die
University of Minnesota beleuchtet - nicht ganz ernst gemeint - den Gegensatz zwischen den Radon-"Gläubigen"
und Radon-"Ungläubigen".
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